Neueste Tools und Ressourcen für PFAS-Konformität
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Häufig gestellte Fragen zu PFAS
Die Forschung schreitet immer weiter voran und Vorschriften zu PFAS werden ständig aktualisiert, wodurch es schwierig ist, mit den Entwicklungen Schritt zu halten. Hier sind einige der häufigsten Fragen zu PFAS-Compliance.
Wie viele PFAS werden überwacht?
Was sind die gängigsten PFAS
Wo kommen PFAS vor? Was sind gängige Anwendungsbereiche von PFAS?
Regulatorische Risiken in Nordamerika
Regulatorische Risiken der EU
Wofür werden PFAS verwendet?
Wie wirken sich PFAS-Chemikalien auf die menschliche Gesundheit aus?
Warum ist die Politik wegen PFAS besorgt?
Wie viele PFAS werden überwacht?
Die PFAS-Familie umfasst Tausende von Chemikalien, die aktiv überwacht oder reguliert werden, und es gibt viele weitere, die nicht mehr in Verwendung sind oder derzeit nicht der Überwachung unterliegen. Außerdem gibt es, da PFAS synthetisch hergestellt werden, keine Obergrenze für die Anzahl von PFAS, die hypothetisch existieren könnten.
Eine Reihe verschiedener regulatorischer Organisationen und NGOs auf der ganzen Welt überwachen PFAS. Da jede von ihnen eine andere formale Definition dafür verwendet, was PFAS-Chemikalien sind, kann die Anzahl der PFAS-Chemikalien je nach Regelwerk variieren. Eine offizielle Liste oder Anzahl von PFAS-Chemikalien gibt es nicht. Das kann es Unternehmen und Verbrauchern erschweren, ihre Verantwortung und Einschränkungen bei der Verwendung von PFAS zu verstehen.
So führt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Liste regulierter PFAS mit über 4.700 PFAS-Stoffen, die US Environmental Protection Agency (EPA) nennt hingegen über 16.000.
Anstatt sich auf die Gesamtzahl der PFAS zu konzentrieren, sollten Hersteller ermitteln, welche PFAS in den für sie relevanten Märkten reguliert sind (oder für eine zukünftige Regulierung in Betracht gezogen werden).
Was sind die gängigsten PFAS
Die Familie der PFAS-Chemikalien umfasst Stoffe, die häufig bei der Herstellung von Industrie- und Konsumgütern verwendet werden. Hier sind einige der gängigsten und nur einige Beispiele, wofür PFAS verwendet werden (beachten Sie, dass diese Stoffe mehrere Verwendungszwecke haben können, die über das hier Aufgeführte hinausgehen):
- Fluorethylenpropylen (FEP): Ein flexibles und chemisch beständiges Copolymer, das hauptsächlich als Folie für Computerleitungen und -kabel verwendet wird.
- Fluorelastomere: Ein synthetischer Kautschuk mit Öl- und Fettbeständigkeit, guter Temperaturbeständigkeit und starker Chemikalien- und Säurebeständigkeit. Er wird häufig für Dichtungen in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und in industriellen Fertigungsanlagen verwendet.
- GenX™: Der markenrechtlich geschützte, popularisierte Name für das Ammoniumsalz der Hexafluorpropylenoxid-Dimersäure (HFPO-DA). Er bezieht sich auch auf die Gruppe von Chemikalien, die zu seiner Herstellung verwendet werden. Wird als Ersatz für PFOA bei der Herstellung anderer Fluorpolymere verwendet.
- Perfluoroctansäure (PFOA): Ein Nebenprodukt der Fluorpolymerherstellung; wird als Tensid in chemischen Prozessen und in Fertigwaren verwendet.
- Perfluoroctansulfonsäure (PFOS): Ein schmutzabweisendes Mittel, das häufig in Gewebeschutzmitteln verwendet wird.
- Polychlortrifluorethylen (PCTFE): Eine wasserabweisende Chemikalie, die häufig in Filmen zum Schutz vor Feuchtigkeit verwendet wird. Sie wird zum Beispiel in pharmazeutischen Verpackungen und LCD-Panels verwendet.
- Expandiertes Polytetrafluorethylen (ePTFE): Ein hydrophober und oleophober (ölabweisender) PFAS-Stoff, der sich für medizinisches Zubehör wie Gesichtsmasken, Wundversorgung und Stomabeutel eignet.
- Polytetrafluorethylen (PTFE): Ein hydrophober (wasserabweisender) PFAS-Stoff, der nicht benetzbar und gegen hohe Temperaturen beständig ist. Wird vor allem wegen seiner Antihafteigenschaften verwendet.
- Polyvinylfluorid (PVF): Ein PFAS-Stoff, der hauptsächlich in flammfesten Beschichtungen verwendet wird. Häufig in der Innenausstattung von Flugzeugen, Autos, Metallblechen und Regenmänteln zu finden.
- Polyvinylidenfluorid (PVDF): Ein Spezialkunststoff, der gegen Lösungsmittel, Säuren und Kohlenwasserstoffe beständig ist. In zahlreichen Branchen weit verbreitet.
Wo kommen PFAS vor? Was sind gängige Anwendungsbereiche von PFAS?
PFAS sind in praktisch jeder Kategorie von Konsumgütern zu finden. PFAS können auch in industriellen Teilen und Materialien vorkommen. In einigen Fällen sind PFAS-freie Alternativen verfügbar, aber einige spezialisierte Materialien könnten ohne die Verwendung von PFAS, die ihnen ihre einzigartigen Eigenschaften verleihen, nicht existieren.
Aber in welchen Waren- und Materialkategorien finden sich eigentlich PFAS? Hier ist eine Liste mit einigen Beispielen:
Konsumgüter, in denen PFAS gefunden werden:
- Luftreinigungssysteme
- Kunstrasen
- Teppiche und Vorleger
- Handys
- Computer-Bildschirme
- Kosmetika und Körperpflegeprodukte
- Milchprodukte
- Schreibtischstühle
- Schreibtischoberflächen und Beschichtungen
- Bodenbeschichtungen
- Lebensmittelverpackungen, einschließlich Pizzakartons und Verpackung von mikrowellengeeignetem Popcorn
- Haushaltsreiniger wie Boden- oder Toilettenreiniger
- Laptops
- Menstruationsprodukte
- antihaftbeschichtetes Kochgeschirr
- Papierteller
- Pestizide
- Isolierband
- Haftnotizen
- Toilettenpapier
- wasserdichte und schmutzabweisende Kleidung, z. B. Regenjacken.
Industriegüter, in denen PFAS gefunden werden:
- Antibeschlagbeschichtungen und -tücher
- Elektronik
- Verdunstungsbarrieren (z. B. Galvanisiertanks)
- Löschschaum
- kraftstoff-, öl- und chemikalienbeständige Komponenten
- Dichtungen, Dichtungsringe und Verschlüsse
- hitzebeständige Beschichtungen
- hitzebeständige elektrische Isolierungen
- Schläuche und Rohre
- nicht reaktive Schmiermittel (Öl, Fett)
- nicht benetzende (hydrophobe) Oberflächenbeschichtungen
- oleophobe oder lipophobe Oberflächenbeschichtungen
- Sauerstoffsensoren und verwandte „atmungsaktive“ Membranen
- Verpackungsmaterialien
- Farben und Tinte
- persönliche Schutzausrüstung (PSA)
- kunststoffgeformte Teile
- Klebeband und Klebstoffe.
Gerade in diesen Bereichen kommt es aktuell zu regulatorischen Eingriffen und Auswirkungen im Zusammenhang mit PFAS, die Produktionsteil-Abnahmeverfahren und eine Materialzertifizierung wegen PFAS erfordern. Für kleine Unternehmen gibt es zwar Ausnahmen, die Tragweite der regulatorischen Vorgaben ist dennoch enorm.
An Flughäfen ist AFFF-Ersatz für obsolete Löschschäume erforderlich, PFAS-Analyseverfahren für Textilien werden immer wichtiger ebenso wie biokompatible PTFE-Alternativen, die etwa für Textilmembranen oder Beschichtungen notwendig sind. PFAS-Berichtspflichten für Medizinprodukte ergeben sich beispielsweise aus Fluorpolymer-Einsatz in Kathetern.
Auch der Bereich Automotive ist stark betroffen und benötigt audit-ready Materialdaten, um einen ESG-Datenaustausch zu ermöglichen, gerade im Hinblick auf unterschiedliche Anforderungen beim PFAS-Reporting nach IMDS und CAMDS für Compliance in China. Gerade die Identifikation von PFAS in Elektronik und eine vollständige Chargenrückverfolgung ist hier besonders wichtig. Ein proaktives PFAS-Risikomanagement, OEM-Dokumentationen für Chemikalienkonformität, Obsoleszensmanagement von Bauteilen und gerichtsfese PFAS-Analysen, die PFAS-freie Freigabelisten ermöglichen, werden zur Grundlage für die weitere Handlungsfähigkeit.
Regulatorische Risiken in Nordamerika
- TSCA: Der Toxic Substances Control Act ist der Fahrplan der Environmental Protection Agency (EPA) für PFAS. Vorgesehen ist auch eine rückwirkende Meldepflicht zu PFAS und ein entsprechendes PFAS-Reporting für 2011-2022. Die endgültige Regelung wird voraussichtlich mehr als 1.300 Stoffe umfassen, wobei es zu einer Fristverschiebung für PFAS-Berichtspflichten der EPA gekommen ist, durch die PFAS-Meldung an das CDX-Portal der EPA erst später als geplant notwendig werden. Gleichzeitig kam es aber auch zu einer Erweiterung der TRI-Liste der EPA um weitere PFAS. Deshalb müssen Hersteller über die CDX-Meldung im Rahmen von TSCA 8(a)(7) und Haftung nach TSCA Section 8(a)(7) genauestens informieren.
- Mehr als 30 Bundesstaaten haben Gesetze zur Regulierung von PFAS-Stoffen erlassen oder vorgeschlagen. 2026 bestehen diverse PFAS-Verbotslisten und Vorschriften zur PFAS-Meldung auf Ebene der einzelnen US-Bundesstaaten, deren Nichteinhaltung Bußgelder nach sich ziehen kann. Darunter ist auch der Bundesstaat Maine, der ab Januar 2023 eine Meldepflicht für alle PFAS-haltigen Produkte eingeführt hat. Ausnahmen für CUU (Currently unavoidable use) mussten in Maine bis zu deren Verbot ab 01. Januar 2026 eingeholt oder eine PFAS-frei Zertifizierung eingereicht werden. Einer entsprechende Berichterstattung zu Produkten mit CUU in Maine ist nachzukommen. Auch in Minnesota sind Registrierung und Reporting bei der dortigen PRISM-Behörde Pflicht. Minnesota hat zudem ein Gebührenmodell für PFAS aufgelegt.
- CERCLA-Einstufung von PFAS als Gefahrstoff, was eine Gruppenbeschränkung verschiedener PFAS bedeutet und eine Rückverfolgbarkeit auf Stoffebene erforderlich macht, nicht zuletzt um eine Nachverfolgung im Hinblick auf Sanierungshaftung zu ermöglichen.
Regulatorische Risiken der EU
- REACH, POPs und die EU-MDR beschränken zahlreiche PFAS und führen zu einem Verbot ganzer Stoffgruppen, was eine umfassende Due Diligence für PFAS-haltige Erzeugnisse und Substitutionsprüfungen erforderlich macht.
- C9-14 PFCAs werden durch die REACH-Verordnung im Jahr 2023 als Teil des Anhangs XVII der Beschränkungsliste eingeschränkt.
- Fünf Länder bereiten einen Vorschlag vor, um bis zu 4.700 weitere PFAS-Chemikalien zu beschränken. Dieser wird 2023 erwartet und würde frühestens 2025 in Kraft treten.
Wofür werden PFAS verwendet?
PFAS werden in vielen Branchen eingesetzt, um bestimmte Produktvorteile zu erzielen oder bestimmte Herstellungsprozesse zu ermöglichen. Aufgrund ihrer starken chemischen Bindungen sind sie resistent gegen Wasser, Flecken, Fett und hohe Temperaturen. Unternehmen, die feststellen wollen, wofür PFAS in ihren Prozessen verwendet werden, sollten Produkte oder Materialien identifizieren, die Eigenschaften aufweisen, die üblicherweise mit PFAS in Verbindung gebracht werden:
- Anti-Haft-Eigenschaften
- Elektroisolierung
- Flammschutz
- thermische Stabilität / Hitzebeständigkeit
- chemische Beständigkeit
- wasserabweisende Eigenschaften
- Beschlagschutz
- öl- und schmutzabweisende Eigenschaften
- Beständigkeit gegenüber ultraviolettem Licht.
Darüber hinaus sind PFAS in verschiedenen Industriezweigen – einschließlich Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Bauwesen und Elektronik – aufgrund ihrer Haltbarkeit begehrt, und sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Herstellung von Komponenten, die anspruchsvollen Umgebungen standhalten müssen.
Wie wirken sich PFAS-Chemikalien auf die menschliche Gesundheit aus?
Die gleichen Eigenschaften, die PFAS so langlebig und widerstandsfähig gegen Hitze und Zersetzung machen, bedeuten auch, dass PFAS sich im Laufe der Zeit nicht abbauen und sich in Boden und Trinkwasser anreichern, wobei sie sich häufig im menschlichen Körper bioakkumulieren. Tatsächlich haben laut staatlichen Gesundheitsbehörden in den USA etwa 97 % aller US-Amerikaner PFAS in ihrem Blutkreislauf.
Studien zeigen, dass PFAS schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben können. Sie können zu gesundheitlichen Beschwerden wie den Folgenden führen:
- erhöhtes Risiko für Schilddrüsenerkrankungen
- erhöhte Blutcholesterinwerte
- verringerte Wirkung von Impfstoffen
- verminderte Fruchtbarkeit bei Frauen
- geringeres Geburtsgewicht von Babys.
Laut aktuellen Forschungsergebnissen der EPA kann die PFAS-Exposition über viele verschiedene Wege erfolgen:
- Trinken von mit PFAS kontaminiertem Wasser
- Verzehr bestimmter Lebensmittel, die PFAS enthalten können, wie z. B. Fisch oder Molkereiprodukte
- Einatmen von mit PFAS kontaminierter Luft
- Verwendung von Produkten, die mit PFAS hergestellt wurden oder die in Verpackungen mit PFAS geliefert werden
- Verschlucken von Staub oder Schmutz, der PFAS enthält
- Arbeiten in Umgebungen, in denen PFAS verwendet werden, einschließlich der Chemikalienherstellung oder Brandbekämpfung, sowie die Verwendung von PFAS-Chemikalien.
Warum ist die Politik wegen PFAS besorgt?
Regulierungsbehörden wie die EPA und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) sind zunehmend besorgt über PFAS. Sie sind in Wasserquellen, im Boden, in der Luft sowie in Konsum- und Industrieprodukten enthalten. Sie werden auch häufig in Produktionsprozessen verwendet. Dies macht es schwierig, PFAS zu vermeiden, sodass Verbraucher und Arbeiter im Alltag einer starken Exposition ausgesetzt sind.
Aufgrund ihrer Hartnäckigkeit lassen sich PFAS nur schwer aus Boden und Trinkwasser entfernen. Herkömmliche Technologien zur Wasserfilterung haben sich als unwirksam darin erwiesen, die PFAS-Kontamination zu mindern. Es gibt jedoch eine Reihe von Filtrationsmethoden, die von der EPA als wirksam eingestuft wurden, darunter Aktivkohlebehandlung, Ionenaustauschbehandlung und Hochdruckmembranen.
Mehrere US-Bundesstaaten und -Gemeinden haben wegen der Verunreinigung des Trinkwassers Klagen gegen PFAS-Hersteller angestrengt. Darüber hinaus hat die EPA die National Primary Drinking Water Regulation beschlossen, die für sechs Arten von PFAS Trinkwassergrenzwerte festlegt.
Im Rahmen des US Comprehensive Environmental Response, Compensation, and Liability Act (CERCLA), auch bekannt als „Superfund“, stufte die EPA am 17. April 2024 auch PFOA und PFOS als „gefährlich“ ein.
Weitere Informationen zu PFAS-Vorschriften finden Sie auf unserer Seite zu PFAS-Berichtspflichten und staatlichen Verpflichtungen.

